Das Modell Roman
Die Menschen mochten sich nicht geändert haben, die Zeiten wohl.
Jonathan Flint, der kleine Werber, der mehr per Zufall als aus eigener Entschlusskraft, sicher aber dank der Hilfe einer aussergewöhnlich motivierten Partnerin zum Star seiner Branche wird, probt den Ausbruch aus der biographischen Zwangsjacke. Mit einem genialen Stadtmarketing-Konzept gestaltet er seine Heimatstadt Groß Münsterburg so um, dass sie jede Ähnlichkeit mit dem Bild, das ihn geprägt und mit dem er alt geworden ist, verliert.
Als Modell im Maßstab 1:100 kartographiert und baut Jonathan Flint GMB als Abbild seiner seelischen Landschaft und träumt dabei von der Stille in den Wäldern von Maine.
das modell ist ein Versuch über die Haltung eines Einzelnen gegenüber seiner Lebensgeschichte und dem Ergreifen der letztmöglichen Gelegenheit eines Ausbruchs aus selbiger.
(Buchpräsentation Bilgerverlag)
Seinen oft so ungeschickten Hauptdarsteller inszeniert Schnetzler mit einer ordentlichen Portion Ironie. Freilich dringt bisweilen in die Gespräche zwischen Flint und den anderen Akteuren ein gestelzter Ton, der sich humorig geben will. Gleichzeitig weiss der Autor manche Szene zu präzisen und witzigen erzählerischen Kabinettstücken zu formen. Mit sicherem Gespür entwirft er auch Personen- und Milieuskizzen; als Nebenerscheinung muss man gelegentliche Längen in Kauf nehmen. (Beatrice Eichmann-Leutenegger, NZZ, 20.09.2014)