Meine Nachbarin, der Künstler, die Blumen und der Revolutionär
Roman

Kurzkritik

Ein Roman im üblichen Sinn ist das Buch nicht, eher eine Folge von kurzen Sentenzen, mit denen der Schreibende der Welt beizukommen versucht. Er beobachtet, zum Beispiel, die Blumen der Nachbarin; er schaut lustigen Tieren nach und bleibt bei skurrilen Gedanken hängen. Darin liegen Charme und Witz von Felders Prosa: Mit erstaunlicher Va- riabilität unterminiert er in den oft sehr kurzen Texten genau jene Ordnung, die er eigentlich herzustellen versucht. Willkürlich oder lieber unwillkürlich produziert er falsche Anschlüsse, die zum Kurzschluss führen. Das ist oft unsinnig, aber mit System.

(Beat Mazenauer, Viceversa 8, 2014)