Wässerwasser Bergroman
Im Walliser Ferienresort Eden wird im Jahr 2041 das Wasser knapp. Die Klimaerwärmung, die längst Amsterdam und andere Städte überflutet hat, lässt die Felsen abbröckeln und die Alpen verdorren. Zudem wird die Resortleiterin Agnes Amherd von Wasserräubern bedroht, die es auf ihre Wasservorräte abgesehen haben. Nach den Romanen Schattwand und Graatzug, worin schon Agnes’ Mutter Lena die Hauptrolle spielte, schliesst Wässerwasser Urs Augstburgers Bergtrilogie ab. Mit überschaubarem Personal erzählt er seine in Mythen und Liebschaften eingebettete Familiengeschichte zu Ende. Die Handlung ist effektvoll filmisch aufgebaut und mit viel melodramatischen Emotionen gepolstert, nach dem Showdown lockt das Happyend. Dies überzeugt literarisch nicht restlos. In seinen Beschreibungen des verschärften Klimaregimes aber gelingt Augstburger ein intensives, erschütterndes Zukunftsbild, das gut recherchiert erscheint. So könnte tatsächlich aussehen, was wir heute anrichten. (Beat Mazenauer)