Atmen, bis die Flut kommt
Roman

Kurzkritik

Konrad, alleinerziehender Vater, entschließt sich, seine 17-jährige behinderte Tochter Lio wegzubringen. Endlich das wahrmachen, was er schon lange denkt, »sie oder ich. So einfach ist das.« Auf der Reise, die den Rahmen des Romans bildet, erfahren wir Konrads Geschichte: Sein Liebesleben – ausführlich –, seine Besessenheit von Paule, die er selber nicht versteht, doch der er wehrlos ausgeliefert ist, sein Alltag mit Lio, sein Berufsleben als Comiczeichner, alles wird ausgebreitet und verflüchtigt sich nach der Lektüre rasch wieder. Und doch gibt es viele intensive Momente im Buch, etwa zwischen Tochter und Vater, wenn die Überforderung groß ist und Lio dem Vater überlegen zu sein scheint.

(Liliane Studer, Viceversa 8, 2014)