Sie will mehr
Bild Risse

Kurzkritik

Wie schon in langues de meehr bewegen sich die Text- und Bild(de) kompositionen Heike Fiedlers im Bereich der kleinsten Zeichenpartikel, in deren Versetzungen sie mit der Durchlässigkeit der Sprachen auch jene der Künste erprobt. Nun beginnt sie aber darüber hinaus zu erzählen, ein »mehr«, das dem lustvoll ernsthaften Spiel der »bild risse« einen zusätzlichen literarische Reiz verleiht. Doch auch im Erzählen bleibt Heike Fiedler im ursprünglichen Wortsinn Autorin: Anstifterin von Prozessen, die im aufgegriffenen Sprachmaterial ihre eigene Dynamik entfalten. Denn, wie Franz Mon im Nachwort des Buches schreibt, »der Wörterspielraum der Sprache ist riesiger als die Wunsch- und Fragepotenz ihrer Nutzerin«.

(Daniel Rothenbühler, Viceversa 8, 2014)