Abschied von Sansibar Roman
Kurzkritik
Wie kommt die 1844 geborene Prinzessin von Oman und Sansibar dazu, mit dem deutschen Handelsreisenden Heinrich Ruete nach Hamburg zu fliehen? Aus Salme bint Said wird Emily Ruete, aus der Suaheli und Arabisch sprechenden verschleierten Muslimin die europäisch gekleidete getaufte Christin mit ihrem gebrochenen Deutsch. Als verarmte Witwe kämpft sie vergeblich um ihr Erbe in Sansibar. Das Leben dieser Frau zwischen den Welten wird aus der Sicht ihrer drei Kinder erzählt. Die verschiedenen narrativen Kniffe (Typoskript, Briefe, Erinnerungen und geträumte Dialoge) wirken dabei etwas bemüht, doch der historische Stoff packt und bewegt.
(Ruth Gantert, Viceversa 8, 2014)