Der Sommer hat lange auf sich warten lassen
Roman

Kurzkritik

Melitta Breznik setzt sich das hohe Ziel, parallel die Geschichten von drei Personen und damit die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert zu erzählen. Margarethe, Anfang neunzig, lebt in Basel, alleine. Max, der erste Mann von Margarethe, ist 1966 in Wien gestorben, und Lena, die gemeinsame Tochter, lebt seit vielen Jahren in London. Margarethe will sich mit ihrer Tochter in Bergen-Enkheim, dem Ort ihrer Kindheit, treffen. Sie erhofft sich eine Versöhnung mit Lena, denn die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist schwer belastet. Margarethe fühlt sich schuldig und möchte sich entschuldigen. Max’ Geschichte führt zurück in die 1930er-Jahre und endet mit seinem Tod. Leider gelingt es der Autorin nur beschränkt, die Figuren lebendig werden, die Konflikte aufbrechen zu lassen.

(Liliane Studer, «Viceversa Literatur» 8, 2014)