Tirade

Julien Maret
Übersetzung von: Christoph Roeber

Jemand fällt und spricht zugleich, redet, singt, schwadroniert. Seine Lage ist riskant: Es ist ein Ich ohne Geschichte, ohne Zivilstand, das dennoch versucht, mit äußerster Genauigkeit und Intensität dem gerecht zu werden, was ihm zustößt und zugestoßen ist. Im Fallen reihen sich rasende Bilderfluchten eines Lebens aneinander, die in Echtzeit vor unseren Augen vorüberziehen. Und so entsteht die poetische Aneignung eines Lebens, ein parodierter Gesang. Von ferne grüßen, abgrundtief traurig und zum Totlachen, Lewis Carrolls Alice und Samuel Becketts Namenloser. Julien Marets kühnes literarisches Experiment nimmt den Leser von den ersten Sätzen an gefangen: ein bemerkenswerter Romanerstling.

(Klappentext Diaphanes)

Presseschau

Im Rausch von wechselnden Bedeutungen, absoluten Metaphern und assoziativen Elementen innerhalb des Romans verliert sich der Leser geradezu in einem Sturzbach des Bewusstseins und fällt - wie der Protagonist - aus allen Wolken in die Erzählung. [...] Die Offenheit und der Sog, der von Marets experimentell aufregender Sprache ausgeht, macht dieses ausgesprochen eigenwillige Buch lesenswert. (Jonas Hess, FAZ, 05.07.2013)

Marets Text ist die «Tonspur» des Fallens: ein Klangteppich aus bildhafter Poesie, meditativer Analytik und Sprachzertrümmerung. [...] «Tirade» ist ein aufregendes literarisches Debüt, weil Maret tatsächlich beim Schreiben anfängt. Das Faszinosum ist nicht, was sein Text erzählt, sondern, was er macht. Er redet nicht vom Fallen, er fällt – und bringt sich so selber hervor. (Samuel Moser, NZZ, 11.07.2013)