Storchenbiss Roman
«Schreiben wollte ich nur, um Ordnung zu schaffen», hält die Ich-Erzählerin in Yael Pierens Debütroman Storchenbiss ganz am Schluss fest, und Ordnung bedeutet hier, mehr zu wissen über das Woher und Wohin, über Mutter und Vater, über Beziehungen jetzt und früher. Die 1989 geborene Autorin, Tochter einer Deutschen und eines Ungarn und in Basel und Wien lebend, hat den Mut, ihren Roman aus Momentaufnahmen zusammenzusetzen, hier ein Paar 1970, da eine Familie 1955, und die Ich-Erzählerin im Heute, die eben eine neue – leere – Wohnung bezieht. Da gibt es keine Beständigkeit, die Familie bricht auseinander, die Liebe ist keine Garantie. Zusammengehalten wird der Text von der Sprache, fein, poetisch, den melancholischen Grundton des Romans aufnehmend. (Liliane Studer)