Die Verbannte
Roman

Rückkehr an den Ort der Verbannung

Warum wurde ein kleines Mädchen während des Krieges allein von Bukarest zu Verwandten in die Schweiz geschickt? Und warum überhaupt lebten die Großeltern damals in Rumänien? Wenn Debora solche Fragen stellt, stößt sie auf ablehnendes Schweigen.

So entscheidet sie sich, nach Großmutters Tod und gegen den Wunsch der Mutter, diesen Geschichten vor Ort nachzugehen. Dabei erfährt sie unter anderem, was es damals für eine Schweizerin bedeutete, einen Deutschen zu heiraten und damit das Schweizer Bürgerrecht zu verlieren.

Deboras Reise wird zu einer Spurensuche, in der Vergangenes aufscheint und sich zu einer Geschichte verdichtet, die sie schließlich zur rumänischen Wohnung der Großeltern führt, von der nur noch die Mutter weiß, wie sie einst ausgesehen hat.

(Klappentext Dörlemann)

Kurzkritik

«Aufgebrochen» ist das erste Wort der Ich-Erzählerin. Sie entschliesst sich zum Aufbruch im Doppelsinn des Wortes: Sie zieht los zu einer Reise nach Bukarest und knackt in deren Verlauf das Familiengeheimnis, das über ihrer Mutter und ihrer Grossmutter liegt. Warum wurde die Mutter während des 2. Weltkriegs als kleines Kind aus Rumänien in die Schweiz geschickt? Die Grossmutter hat bis zu ihrem Tod geschwiegen, sie wollte Ruhe haben und hat die Schnur zu ihrer Vergangenheit gekappt. Diese knüpft die Enkelin jetzt auf einer spannenden Spurensuche vor Ort und anhand der Memoiren des Grossvaters neu zusammen, und der Roman schafft es, die verschiedenen Zeit- und Geschehensebenen in kunstvoller Mühelosigkeit miteinander zu verbinden. (Daniel Rothenbühler)