Venushaar [Venerin volos] Roman
Kurzkritik
«Warum haben Sie Asyl beantragt?» Diese Frage muss der Erzähler ständig auf Russisch stellen. Er arbeitet als Dolmetscher für die Schweizer Einwanderungsbehörde. Tag für Tag übersetzt er reale und erfundene Leidensgeschichten seiner Landsleute. In den Pausen versenkt er sich in die Tagebuchaufzeichnungen einer russischen Sängerin. Er liest, denkt an seine geschiedene Frau und schreibt Briefe an seinen Sohn. Fremde und eigene Erlebnisse, Zeiten und Länder vermischen sich in dem vielstimmigen, brillant komponierten Roman. Venushaar zeigt die Menschen von ihrer schlimmsten und schönsten Seite – klarsichtig und zutiefst berührend. (Ruth Gantert)