Hunkeler und die Augen des Ödipus
Roman

Kurzkritik

Peter Hunkeler, Kommissär des Kriminalkommissariats Basel, geht in Pension. Nicht ohne Probleme, denn der Tod des umstrittenen Theaterleiters Vetter interessiert ihn sehr, vor allem weil sein Nachfolger Madörin eine abstruse Mafiafährte zu verfolgen meint. Hunkeler hält sich zurück, und steckt doch bald wieder mittendrin in diesem Fall. Schneiders Hunkeler-Romane werden immer impressionistischer. Während die Fahnder ermitteln (erstmals in kursiven Passagen gerafft rapportiert), verfällt Hunkeler ins Grübeln über das Alter und den Ruhestand. Oder er erinnert sich an 1968, als auch er noch ein begeisterter Theaterbesucher war. Ganz kann er es aber halt doch nicht lassen, auch deshalb nicht, weil ihn seine illustren Freunde im Basler Hafen darin bestärken, seine eigenen Beobachtungen anzustellen. Ob es die Wahrheit ist, die er am Ende entdeckt, bleibt einerlei – was heisst schon Wahrheit im Theater? (Beat Mazenauer)