Dreizehn ist meine Zahl
Roman

Kurzkritik

Für ihren Dokumentarfilm Die Kinder vom Napf (2011) hat die renommierte Schweizer Filmemacherin Alice Schmid während 365 Tagen den Alltag von Bergbauernkindern begleitet. Auch ihr Romandebüt bleibt der Gegend um den Napf und der Wahrnehmungswelt von Kindern treu. Allerdings spielt die Geschichte nicht heute, sondern in den 1950er Jahren. Im Mittelpunkt steht die neunjährige Lili, umgeben von ihren Eltern und den Nachbarskindern. Sagen und Legenden umranken den Napf, doch die versponnene Geisterwelt der Kinder wird durch den harten Alltag der Erwachsenen gebrochen. Die barocke Opulenz des Katholizismus und der nüchterne Protestantismus prallen aufeinander. Und wie die Nebelschwaden über den Hügeln liegt über vielem ein Schleier von Schweigen. (Christa Baumberger)