Cowboysommer
Roman

Kurzkritik

Als Hanspeter dem Jungen Boyroth begegnet, ist er beeindruckt von dessen Mut und Unangepasstheit. Einen Sommer lang entfliehen die beiden der Enge zwischen Schule und Elternhaus, schwärmen für ihre Musikidole und Motorräder; der grosse Aufbruch lockt, und Hanspeter fährt nach Kopenhagen, wo er mitten in die Unruhen um die Freistadt Christiania gerät. Doch ein Unfall verändert alles – mit Folgen, die noch immer nachwirken, als Hanspeter und Boyroth sich als Erwachsene wieder begegnen. Cowboysommer ist ein berührender und melancholischer Roman, der von ersten Verliebtheitsgefühlen erzählt, von der schwierigen Aufgabe, den eigenen Weg zu finden und Verantwortung für seine Taten zu übernehmen – aber auch von der Bitterkeit eines Lebens, in dem Träume keinen Platz mehr haben. In einer leichten, präzisen Sprache lässt Schertenleib die Atmosphäre der 1970er Jahre auferstehen; mit viel Liebe zum Detail evoziert er die Stimmung jener Zeit, die Gedanken, die Songlyrik – den Rhythmus eines wilden, erfüllten Lebens, das verheissungsvoll ganz in der Nähe zu warten schien. (Bettina Spoerri)