Der Assistent der Sterne
Roman

Kurzkritik

Ist das Leben vom Zufall oder vom Schicksal bestimmt? Diese Frage stellt sich Hannes Jensen – Linus Reichlins Ermittler schon in seinem ersten Kriminalroman Die Sehnsucht der Atome –, als ihm ein afrikanischer Wahrsager prophezeit, er werde eine Frau ermorden. Natürlich versucht der Hobbyphysiker und ehemalige Polizist alles, um die Zukunft anders aussehen zu lassen, und natürlich setzt er trotzdem eine ganze Kette von Ereignissen in Gang, deren Entwicklung er immer weniger kontrollieren kann. Alles beginnt mit einem Seitensprung, und bald schon steht Jensen vor einem grossen Dilemma: Er muss lügen, um seine Liebe zu Annick zu retten; und er muss die Wahrheit aufdecken, um seine Unschuld zu beweisen. Mit diesem Thriller, dessen Hauptfigur lieber philosophische oder physikalische Gedankengänge verfolgt als geistesgegenwärtig bedrohliche Situationen zu meistern, weitet Linus Reichlin wieder die Genre-Grenzen aus. Ein Buch mit einem sympathischen Antihelden als Protagonisten, einer zuweilen recht schrägen Story – und einer Liebesgeschichte, der man gerne ein gutes Ende wünscht. (Bettina Spoerri)