Der letzte Badegast

Kurzkritik

Der in Zürich lebende Österreicher Hugo Ramnek legt seinen ersten Roman vor. Ort der Handlung ist ein Freibad am See. Am Ende einer anstrengenden Badesaison sucht ein seltsamer Gast den müden und kranken Bademeister heim und unterbricht ihn beim Aufräumen und Putzen. Im blauen Bademantel, in der Hand einen Kessel mit einem lebenden Fisch, erzählt der Besucher täglich seine Lebensgeschichte: von seinen Eltern, die eine Badeanstalt betrieben, von der Ausbildung zum Schwimmmeister, von ersten erotischen Erfahrungen, Freundschaft, Verrat und Rache. Der erschöpfte Zuhörer treibt im Redefluss seines Alter Ego, driftet ab in eigene Beobachtungen und Erinnerungen. Österreichische, schweizerdeutsche und englische Redeweisen charakterisieren die Personen der Geschichte. Die meist stumme Präsenz der Pflanzen und Tiere des Seeufers prägt ihre Sinne. So vermengt sich Erlebtes und Erdachtes zweier Menschen zu einem Strom suggestiver Sprachbilder, der auch Leser und Leserinnen mitreisst. (Ruth Gantert)