Fischvogel Roman
Weil ihr kleiner Bruder schwer an Krebs erkrankt ist, muss die vierzehnjährige Mika die langen Sommerferien auch zu Hause verbringen. Ihre älteren Brüder wollen sie bei ihrem Camping nicht dabei haben, und so sitzt sie oft allein in ihrem Baumhaus, denn niemand kümmert sich um sie: Die Mutter vergisst Mika ob der Angst um ihren Jüngsten, und der Vater verkriecht sich in seiner Werkstatt. Beate Rothmaier schildert in ihrem neuen, atmosphärisch dichten Buch das Empfindungsleben einer Heranwachsenden in den 1970er Jahren, die nicht mehr Kind, aber auch noch nicht erwachsen ist, etwas zwischen Fisch und Vogel. Schliesslich hält es Mika nicht mehr aus und reisst mit dem Fahrrad aus, auf der Suche nach ihren älteren Brüdern – ein abenteuerliches Unterfangen, mit dem sie sich in eine Gefahr begibt, die sie für ihr Leben zeichnen wird. Wenn am Ende der Herbst naht, ist nichts mehr, wie es war. Beate Rothmaier hat für die verwirrende und anstrengende Metamorphose, die Mika durchmacht und in ihrer Sommerlangeweile um so deutlicher spürt, eine reiche Palette an stimmungsvollen Tönen und Bildern gefunden. (Bettina Spoerri)