Die Unschuldigen 7 Variationen
Kurzkritik
«Dass es sich um einen absichtlichen oder vielleicht unbewusst gewollten Unfall handelte, würde sicher niemand behaupten», heisst es in «Am Zürichsee», der letzten der sieben «Variationen». In diesen lotet der Autor die Tiefen aus, in denen Absicht, unbewusstes Wollen und glückliche wie unglückliche Umstände für Männer und Frauen zum unentwirrbaren Verhängnis werden. Im Zentrum steht die Geschichte von «Georgs Mühle». Deren Protagonist erinnert nicht nur im Namen an Kafkas Gregor Samsa. Seine Verwandlung beginnt mit der Einsicht, «dass sein Körper, fast wie ein kranker Baum, einem geduldigen Zerfallsprozess anheimgefallen war» – auch dies ein Grundmotiv der sieben Variationen. (Daniel Rothenbühler)