Die Städter

Kurzkritik

Einen «furiosen Zürich-Roman» kündigt der Verlag an. Doch zum einen verzichtet dieses 500-seitige Buch auf jede Gattungsbezeichnung, zum andern besticht es nicht durch «furiose» Handlungen, sondern durch die einmalige Art nachdenkenden Erzählens, in der es dem Leben eines zum Städter gewordenen Menschen vom Land folgt. Es bietet so zugleich eine literarische Sozialgeschichte der Schweiz nach 1950 und eine Phänomenologie moderner Urbanität, beides aus der Perspektive eines Protagonisten, der zum 68er wurde, weil er sich zum Städter berufen fühlte. Denn: «Stadt heisst: Das Aberwitzigste ist möglich.» (Daniel Rothenbühler)