Löwenstern
Roman

Kurzkritik

Der livländische Krautjunker von Löwenstern (1777–1836) hegt einen Traum von Japan, als es noch kaum möglich ist, jenes ferne Land zu betreten. So verinnerlicht er die Sehnsucht und nimmt nur aus der Ferne daran teil, indem er die Bücher von Japanreisenden liest und sich in seinen Kopf zurückzieht. Adolf Muschg kennt sich mit dieser Sehnsucht aus, in seinem Roman haucht er ihr Seele ein. Aus der Feder Löwensterns gibt er im behutsam historisierenden Konversationsstil einige Kostproben seiner literarischen Meisterschaft. Diese lassen getrost über einige stilistische Mängel am Ende des Buchs hinwegsehen. (Beat Mazenauer)