Sax Roman
Drei junge Anwälte gründen 1970 die Kanzlei AAS, Achermann, Asser & Schinz, und wollen das verrufene Haus «Zum Eisernen Zeit» mit dem Geist von 1968 neu beleben. Aufbruch oder Verfall? Der Verfall wird obsiegen, das Haus steht in Gottfried Kellers Münsterburg, der Heimatstadt Martin Salanders. Der Verfall betrifft die ganze Moderne, nicht nur die Schweiz oder gar nur eine Familie. Eine sprach- und gedankenmächtige Erzählinstanz zieht Fäden zurück, bis ins 16. Jahrhundert des Freiherrn Johann Philipp von Hohensax, und nach vorn, bis 2013, in die Herrschaft der «Vaterländischen Partei». Den Roman prägt eine Dialektik der Aufklärung, die in ihrer Entgeisterung den dieser innewohnenden Schrecken verdrängt, weil sie an dessen Ursachen nichts ändern zu können vermeint. «Ein lebensgefährlicher Trick. Wir dürfen das Erschrecken nicht ganz verlernen. Gegebenfalls sind Geister, die uns heimleuchten, besser als nichts.» (Daniel Rothenbühler)