Möchtegern
Roman

Kurzkritik

Als «Hasbeen» wird die Erfolgsautorin Mimosa Mein in die Jury der neuen TV-Show «SchreibStar» aufgeboten. Im live übertragenen Wettschreiben von zehn Möchtegern-Schriftstellern, den «Wannabees», soll in sechs Wochen der ultimative Schweizer Roman gekürt werden. Die «Hasbeen» verfolgt das Schreiben der «Wannabes», jener australischen Pelztiere «mit Knopfaugen und schwarzglänzender Nase», mit derselben Mischung von humorvoller Empathie und luzider Selbstironie, die auch die andere M. M., die Autorin des Romans, auszeichnet und die dafür sorgt, dass sich das Ganze nicht in der – durchaus geglückten – Satire auf TV-Shows erschöpft. Das scheinbar abgekartete Spiel des TV-Produzenten gerät völlig aus den Fugen und der Betrüger sieht sich selbst betrogen. Was sich allein bewährt, ist eine ernst zu nehmende Schreibleidenschaft, die ihren Raum jenseits des Medienzirkus findet, in Schreibateliers zum Beispiel, wie Milena Moser selbst sie anbietet. (Daniel Rothenbühler)