Die Ruhelosen Roman
Nur dank eines Zufalls stößt die Zürcher Ornithologin Aude auf eine Spur ihrer Familiengeschichte, die in eine andere, ferne Zeit führt. Während seit Jahrhunderten ihre Vorfahren der eigenen Herkunft stets den Rücken gekehrt haben, wendet sich Aude nun genau dieser Vergangenheit zu.
All die unglaublichen Legenden über unstete Friseure, raffinierte Maskenbildner, begnadete Musiker, tüchtige Krämer und deren eigensinnige Frauen, in denen sich die Großmama beim Erzählen verstrickt hatte, fügen sich plötzlich zusammen. Vor Aude breitet sich ein verführerisches Geflecht aus drei Familien über acht Generationen und 150 Jahre aus.
Michèle Minelli lockt uns mit unzähligen sinnlichen, skurrilen, tragischen und leidenschaftlichen Episoden in diese, bis in die k. u. k. Zeit zurückreichende, Familiensaga von europäischem Format.
(Aufbau Verlag)
Auf 740 Seiten breitet Michèle Minelli ihren Familienroman aus: drei Familien, acht Generationen, 150 Jahre. Von nicht standesgemässen Ehen wird erzählt, von Flucht und Neubeginn, von Geburten, Krankheiten und Tod, Liebe und Eifersucht, Armut und Niedergang. Es gibt kaum ein Thema, das die in Zürich geborene Autorin in ihrem zweiten Roman nicht aufgreift. Und sie tut dies in einer opulenten Sprache, die detailgenau und in feinsten Verästelungen führend Stimmung zu schaffen vermag. Wer es liebt, sich in Geschichten zu verlieren und anhand von Stammbäumen und Landkarten immer wieder auf den richtigen Weg zurückgeführt zu werden, wird Die Ruhelosen geniessen. (Liliane Studer)