Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse
Roman

Kurzkritik

Er ist pointensicher und weiss, wie man mit Sprache Slapstick treiben kann: In seinem Erstling, für den er eine mit jiddischen Partikel durchsetzte Kunstsprache erfunden hat, erweist sich Thomas Meyer als eine überzeugende Zürcher Spielart von Woody Allen. Sein Ich-Erzähler Motti, ein junger Neurotiker aus Wiedikon, tut immer brav, was die Mame sagt. Bis er sich in die schöne Laura verliebt und aus den orthodox-jüdischen Traditionen ausbricht, was der Mame wiederum das Herz bricht. Der humoristische Ton funktioniert vor allem für die Mutter-Sohn-Beziehung; gegen Ende verliert der Roman etwas an Drive. (Christine Lötscher)