H stellt sich vor

Kurzkritik

Das gemeinsame Buch H stellt sich vor zielt mitten hinein ins Herz und Wesen der Literatur: Wie entsteht eine Figur? Und wie entwickelt sich aus dieser Figur eine Geschichte? Jeder Text beantwortet diese Grundfragen auf seine Weise. Michel Mettler und Felix Kauf haben dafür eine eigene literarische Form entwickelt. Seit 1999 schicken sie sich gegenseitig Texte zu. Das Thema? H. Kurz und bündig, knapper kann eine Figur nicht heissen. Doch wer oder was ist H? In nahezu hundert Variationen wird dieser Buchstabe umspielt, bekommt H Konturen und wird dabei immer vieldeutiger. H beobachtet, hört zu, denkt nach und ist immer und überall der Mittelpunkt: «Was auch geschieht, geschieht seinetwegen. Er allein ist die Bühne des Welttheaters. Alles dreht sich um seine Person wie um eine geölte Achse», heisst es in einem Text. H stellt sich vor: So schillernd die Figur, so doppeldeutig der Titel. H präsentiert sich und macht sich gleichzeitig ein – nein – viele Bilder von sich und der Welt. Das Buch ist ein Lesevergnügen voller Überraschungen, zu dem auch die Zeichnungen von Andres Lutz beitragen. (Christa Baumberger)