Das Kurze, das Einfache, das Kindliche
Ein Gedankenbuch

Kurzkritik

Franz Hohler gibt Einblicke in sein erzählerisches Universum. Der Band Das Kurze. Das Einfache. Das Kindliche versammelt drei Poetikvorlesungen sowie Reden, Briefe und Aufsätze, die Hohlers Faible für die stille Subversion, die Umkehrung aller Dinge demonstrieren. Gerne zäumt er Geschichten von hinten auf. Am Anfang steht die Behauptung, dass «jeder Moment des Lebens etwas Besonderes ist, das der Beschreibung würdig ist, wenn wir ihn genau anschauen». Deshalb schaut Franz Hohler seit vierzig Jahren genau hin und deshalb schreibt er. In seinen Vorlesungen und Aufsätzen erzählt er, wie und wovon er sich inspirieren lässt. Dabei zieht er jederzeit die einfache Geschichte vor, wohl wissend, dass diese Präzision erfordert, denn das «Einfache ist nicht das Simple, sondern es ist das Komplexe, das sich nichts anmerken lässt». Gut erzählt, taugen solche Geschichten sogar zu narratologischen Reflexionen. So lesen sich Hohlers Poetikvorlesungen ausgesprochen vergnüglich. (Beat Mazenauer)