Anfänge, Anfangen, gefolgt von Und

Presseschau

Die Sprache der Lyrik, die wir hier hören, trifft die gegenteilige Entscheidung: Immer dann, wenn sie ans Land des Eindeutigen und Festen gehen könnte, bleibt sie stehen und wendet sich, in beharrlichem Anfang, wieder dem Möglichkeits-Raum des Vieldeutigen und Verfliessenden zu. [...] Elisabeth Wandeler-Decks Gedichte behaften die Sprache bei einer für ihre Sprecherinnen und Sprecher überlebensnotwendigen Täuschung: ihrem Anspruch, unsere Realität in sich bruchlos erneuernder Selbstkorrektur letztendlich ganz zu verwirklichen. Die Bedingung der Möglichkeit dieser Täuschung liegt in der rein kontinuierlich verlaufenden Zeit, als die und in der wir Existenz haben. Die Gedichte können ihre Sprache dieser Bedingung nicht entziehen, die für das Leben wie für das Lesen gilt. Aber sie können sie für einen symbolischen Augenblick, für den Freitagsblick am Helvetiaplatz beispielsweise, sistieren und so die Täuschung, die sie erzeugt, außer Kraft und somit ins Bild setzen. (Aus der Laudatio von Wolfram Malte Fues)

Elisabeth Wandeler-Deck nimmt Anklange an Musikstücke von Alfred Zimmerlin und versucht mit Silben und Worten Klänge oder Noten auszudrücken. Allerdings löscht sie durch Verneinungen oder oftmalige Wortwiederholungen und ungebräuchliche Wortverbindungen den Sinn des Gesagten teilweise wieder aus. Absichtsvoll probiert sie Worte in neuen Zusammenhange zu setzen und die Gewohnheiten einer üblichen Syntax aufzudröseln. (Eva Riebler, LitGes, etcetera 48/ Teddy/ Oktober 2012)