Fliessendes Land

Kurzkritik

Fliessendes Land versammelt Reiseberichte, Essays und kurze Texte, fast alle bereits in der NZZ oder anderswo erschienen. Es geht um Lesen und Schreiben, Reisen in exotische Länder, den Rückzug ins Kloster, um Malerei und Musik. Atemberaubend ist der Einstieg mit den frühen Erinnerungen: Wie die mütterliche Perfektionssucht und die väterliche Ohnmacht sich in Gegenständen und Ritualen der Kindheit verkörpern, ist hohe Kunst dieser «Reportagen aus der Intimität». Und die rätselhafte Geste des Jungen in «Kirschbäume und frühe Zweifel», der sein Hemd auszieht und dem Mädchen unter ihm zuwirft, beschäftigt auch die Leser noch lange. (Ruth Gantert)