Santinis Frau Roman
Das ist der Roman einer grossen Freundschaft und einer grossen Liebe. Der Erzähler ist immer seinem Freund Santini gefolgt, in seiner Film-Leidenschaft, im Wunschtraum, den Keller einer verlassenen Villa zu einem Quartierkino herzurichten und in der jugendlichen Liebe zu Sofia, der Tochter spanischer Immigranten. Doch die Familie Sofias kehrt plötzlich nach Spanien zurück, und das Mädchen verschwindet für immer aus dem Leben der Jungen. Als Erwachsener wird Santini Kommunikationschef einer Bank, der Erzähler, folgt ihm als Texter. Er heiratet die Tochter einer katalanischen Familie, der Erzähler verliebt sich ebenfalls in sie. Eines Tages besucht Santinis Frau den Erzähler. Er soll herausfinden, warum Santini immer öfters fern bleibt. Die gemeinsame Vergangenheit und die gemeinsame Liebe zu Sofia werden wieder wach. Als der Erzähler versteht, dass Santini auf seine Weise daran ist, die Vergangenheit wieder herzustellen, ist es zu spät. Santinis Frau stirbt im Keller der verlassenen Villa als Opfer des Versuchs Santinis, die Leidenschaften seiner Jugend wieder zu beleben. Der Roman überzeugt durch seine ausdrucksstarke, manchmal fast berückende Sprache, durch das realistische Bild zweier Einwanderergenerationen und dadurch, dass er die Geheimnisse seiner Hauptfiguren als solche bestehen lässt. (Daniel Rothenbühler)