kein ort aber krähengelächter
In knappster Form hält Romie Lie die vorüberziehenden Vogelschwärme momentlang fest: «im spätlicht ein notenzug // windgetanzte krähenfugen / treiben träume / in den himmelssee // zu entziffern nur / bei offener herztür». Dieser Flüchtigkeit entsprechen die flirrenden Impressionen von Fritz Mühlemanns künstlerisch bearbeiteten Fotos. Manchmal erinnern sie von fern an Bilder der Impressionisten oder an Aquarelle eines August Macke oder Paul Klee. Aber es sind eigenständige Kreationen, welche den ursprünglichen Seheindruck variieren und vor allem verfremden, bis von der fotografischen Aufnahme kaum mehr etwas übrig bleibt. Dem lesenden Betrachter winkt ein Seh- und Textvergnügen. (Beatrice Eichmann-Leutenegger, Der Bund, 18. März 2015)
Seit bald zwei Jahren entstehen im Austausch zwischen Romie Lie und Fritz Mühlemann Bilder und Texte zu Rabe, dem Licht – und Galgenvogel, Narren und Götterboten, Gaukler und Spieler. Bilder und Texte, die ihrerseits in einen eigenen Dialog treten. Aufnahmen von Flugspielen der Vögel werden am PC in nicht zu ortende Landschaften der Phantasie versetzt, die lyrischen Texte geleiten tiefer ins Reich der schwarzen Gesellen.
(Editions Dendron)