Luftleer
Roman

Louise ist spurlos verschwunden. Mia versinkt nach dem unerklärlichen Verlust ihrer Lebenspartnerin in die Leere. Während einer Reise in den Norden Deutschlands lernt sie die Lektorin Katharina kennen. Fasziniert von der zurückhaltend hartnäckigen Frau, findet Mia allmählich wieder Zugang zu ihren lange erstickten Gefühlen.
Durch ein Manuskript, das Katharina sichtet, taucht Mia in die Geschichte von Aaron ein und findet in ihm eine Spiegelfigur. Der junge Architekt, von seinem ersten eigenen Projekt überfordert, wird mit existentiellen Fragen konfrontiert. Der einzige Anker ist seine gute Freundin Gianna. Als ihm sein Alltag allmählich entgleitet, entschliesst er sich zum Eintritt in die Psychiatrie. Sein Aufenthalt in der Klinik wirft ein kritisches Licht auf die psychiatrische Krisenintervention.
Mia öffnet sich Katharina und erzählt ihr von Louises Verschwinden. Auf die erste Erleichterung folgt ein Moment der Überforderung, woraufhin Mia ohne Abschied zu nehmen in die Schweiz zurückkehrt. Mias beste Freundin Marlene bringt sie als Aushilfe in einer Kunstausstellung unter, da sie wegen ihres überdehnten Urlaubs ihren Job verloren hat. Unerwartet steht allerdings Katharina vor Mias Tür.
Tina Schmid behandelt in ihrem Roman wichtige Themen wie Depression und Selbstverletzung. Wie geht man mit dem Verschwinden einer geliebten Person um, was tun, wenn man sich so lange in der Schwebe befindet? Tina Schmid schildert direkt, aber berührend die emotionalen Zustände ihrer Figuren Mia und Aaron, deren Handlungsstränge sie geschickt zu einer Spiegelwelt verflicht, sodass die Charaktere von Roman und «Roman im Roman» teilweise verschmelzen.

(Caracol Verlag)