Bild vom Bild vom großen Mond
Roman einer Reise

Als Kind fuhr die Ich-Erzählerin im Küchenschrank ihrer Grossmutter zur See. Heute reist sie im Flugzeug in den Iran. Die Liebe zur Ferne ist geblieben – und die Sehnsucht danach, den Raum zwischen dem Eigenen und dem Fremden zu überwinden.
Während sie durch Teheran streift, führt sie immer auch ihre Vergangenheit mit, die sich mit der Gegenwart überlappt. Und immer ist sie – geprägt von Lévi-Strauss’ Traurigen Tropen – auf der Suche nach einer Katze, mit der sie ein Gespräch führen kann ...
Soghaft, präzise und bildreich, mit feinem Gespür für surreale Momente, erzählt Friederike Kretzen von einer Reise nach Persien und überwindet dabei die Grenzen der Entfernung und des Unsagbaren.

(Dörlemann Verlag)

Kurzkritik

»Vom Anfang des Reisens schreibe ich, und an den Anfang des Schreibens reise ich«, heisst es zu Beginn des Buchs. Schreiben und Reisen prägen bereits die Kindheit der Ich-Erzählerin: Sie schreibt am Küchentisch Hausaufgaben, aber auch einen Brief an die Großmutter, die doch neben ihr sitzt. Die Liebe zum Theater wird geweckt durch eine Aufführung von »Peterchens Mondfahrt«, seitdem ist sie »dans la lune« und unterwegs, alleine oder mit Freunden, die schon in früheren Büchern auftraten. Nach Persien führt sie die Liebe zu Kiarostamis Filmen. Wie sie in Teheran Künstlerinnen trifft, das Teppichmuseum und den Friedhof besucht und sich wie Claude Lévi-Strauss in Tristes tropiques mit einer Katze unterhält, beschreibt der faszinierende, dichte und doch locker gefügte »Roman einer Reise«. (Ruth Gantert in Viceversa 17)