La Chienne-Mère Roman
Allegra Felice et Sahi sont encore enfants lorsqu’ils adoptent chacun un chiot né dans la ferme familiale. Ce sera Mère, pour elle ; Bandit, pour lui.
En grandissant, les jeunes revendiquent leur place dans une société à la violence intrinsèque. Allegra Felice pourra-t-elle y échapper ?
Deuxième roman de l’auteure genevoise Simona Brunel-Ferrarelli, La Chienne-Mère explore les rapports manqués entre mère et fille, les violences familiales et sociales et l’adoption d’une chienne, dont le sentiment maternel sera un exemple de dignité.
(Editions Slatkine)
Allegra Felice, das dritte (ungewollte) Kind einer lebensüberdrüssigen Mutter, wird auf einem armseligen Bauernhof geboren. Das Elend, in dem sie aufwächst, ist jedoch nicht nur materiell, sondern stärker noch moralischer Natur. Tatsächlich ist die Familie von einer erbarmungslosen, beim kleinsten Vorwand explodierenden Gewalt geprägt; die Eltern schrecken vor keiner Bosheit und Niederträchtigkeit zurück und bleiben im Übrigen völlig kalt. Es verwundert daher kaum, dass die Kinder, mit Ausnahme der Erzählerin Allegra, in die organisierte Kriminalität geraten und ebenso unmoralisch, ja sogar noch sadistischer sind als die Eltern. Der einzige Lichtblick einer «Menschlichkeit» findet sich in zwei Welpen, deren einer (nicht zufällig Mère genannt) mit Allegra aufwächst. La Chienne-Mère wird jedoch nie sentimental, im Gegenteil: Die raue Prosa birgt, auch dank rhythmischer und klanglicher Effekte, wie sie sich selten in einem Roman finden, eine grosse poetische Kraft, gepaart mit der Spannung einer klassischen Tragödie. (rw)