Il tempo breve

Nell’album rilegato di rosso
una dopo l’altra ho disposto
le mie mille fotografie.

Quando le guardo riscopro
momenti di vita scomparsi
private archeologie.

In te rivivrei amica gentile
se la tua mano sfogliasse
queste pagine antiche.

Chissà se presto
o in un giorno lontano
compirai questo gesto.

(dalla presentazione del libro, Alla chiara fonte)

Presseschau

"...la nuova raccolta si dipana in uno stile semplice, piano, scorrevole, compositivamente diversificato, mantenendo una certa musicalità, anche nel vibrare in rima, della struttura divisa in strofe o distesa quasi a rasentare la prosa." (Manuela Camponovo, L'Osservatore, 10 aprile 2021)

Kurzkritik

Wenn «die Zeit knapp wird», denken wir darüber nach, was vor uns unternommen wurde, um den Tod zu vertreiben. So spiegelt sich im Werk von Enzo Pelli die Gewohnheit seiner Mutter, Familienfotos aufzubewahren, in den Gedichten und Gemälden wider, die abwechselnd versuchen, die Erfahrung durch das Zeichen zu erweitern.
Ein solches Unterfangen richtet sich gegen die «kurze Zeit» der Moderne, welche die Erinnerung an flüchtige Erfahrungen auszulöschen pflegt, wie den allgegenwärtigen Konsum von Bildern über Bildschirme, hinter denen sich die Familie in einem beruhigenden Alltag versteckt.
Doch in Pellis einfachem und sicherem Stil offenbart sich hinter dem Geflecht aus leichten Reimen und Assonanzen bald eine unermüdliche Suche nach einem Anderswo und einem Sinn der Existenz, die auch visuell durch die Kraft des Bildzeichens evoziert wird. Die «Hecke», die an Leopardis berühmtes Gedicht erinnert, ist jedoch «niedrig», und das mögliche Geheimnis wird oft durch den Einbruch der jede «kurze Illusion» auslöschenden Moderne vernichtet. (mfu, Übers. rg)