La feglia dal fraissen
Istorgias curtas

Nov persunas ed in vitg. Persunas trapladas dal mintgadi, da lur conturn e pensar – e da lur passà. Tuttas emprovan da mitschar, ma betg tuttas reusseschan…
Questas figuras ans persequiteschan anc vinavant suenter la lectura, intensivada entras las illustraziuns tutgantas da Jon Bischoff.
In grondius emprim cudesch da Viola Cadruvi che sfruscha vid la vart stgira e sombra en nus e che nutrescha in voyeurissem dascus.

Neun Menschen und ein Dorf. Menschen gefangen in ihrem Alltag, in ihrer Umgebung und ihrem Denken – und in ihrer Vergangenheit. Alle versuchen zu entkommen, aber nicht jedem gelingt es…
Diese Figuren verfolgen uns weiter nach der Lektüre. Auch die treffenden Illustrationen von Jon Bischoff prägen sich ein.
Ein starker Erstling von Viola Cadruvi, der an einer dunklen Seite in uns rührt und einen heimlichen Voyeurismus nährt.

(Chasa Editura Rumantscha)

Kurzkritik

Im normalen Alltag situierte Schauerkurzgeschichten bilden das Erstlingswerk von Viola Cadruvi. Die Erzählungen sind nichts für Zartbesaitete; schnell lässt die Autorin ihr Personal wegsterben und schickt auch mal eine Mutter auf Amokfahrt. Während die einzige Novelle dieses Bandes etwas ins Pathetische ausartet, liegen Cadruvis Stärken in den Charakterdarstellungen und den oft filmhaften Szenen. Dicht und stimmungsvoll sind die surrealen Texte «Glitta tar glitta» und «La curridra», worin sich eine Person in Schlamm und Meerwasser auflöst beziehungsweise eine Läuferin in die Waldvegetation einverleibt wird. Die unterhaltsamen Geschichten mögen schockieren, ohne aber darüber hinaus zu bedrücken. Unterstrichen wird der Schauercharakter durch die düsteren Illustrationen des Künstlers Jon Bischoff. (Silvana Derungs in Viceversa 15, 2021)