Aus dem Maghreb
Als Ivo Ledergerber seine Koffer für den Lyrikkongress in Tunesien gepackt hat, erreicht ihn die knappe Nachricht, der Kongress finde nicht statt. Kurzentschlossen reist er dennoch nach Tunis und bezieht Quartier im maroden kolonialen Prunkhotel seines Dichterfreundes Abdelkrim. Hier trifft die Nachricht ein, der Kongress finde nun doch statt: in der Küstenstadt Annaba im Nordosten Algeriens. Zusammen mit Abdelkrim und weiteren arabischen Dichtern begibt sich der Schweizer Autor auf eine abenteuerliche Taxifahrt in die Nacht.
Ivo Ledergerber hat die Eindrücke dieser Reise auf seine Art festgehalten: in klar formulierten, reich ausgestatteten Gedichten, die seine Faszination am maghrebinischen Alltagsleben mit seinem kontrastreichen Inventar, seiner lautstarken Melancholie und seinen – für den Europäer – undurchschaubaren Vorgängen und untergründigen Verknüpfungen widerspiegeln.
Die Gedichte Aus dem Maghreb liegen in dieser Ausgabe zweisprachig vor, in dem konkreten, doch assoziativ aufgeladenen Deutsch Ivo Ledergerbers, und in ihrem Vehikel im Maghreb, dem Französischen.
«Gegenüber
unter der riesigen Sykomore
mit wulstigen Stammbäuchen
vier Frauen auf der Steinbank
aufgereiht wie bei Gauguin
es fehlen nur
die heiteren Farben»
(Buchpräsentation, Waldgut Verlag)