Die Marschallin Roman
Zora del Buono hat von ihrer Großmutter nicht nur den Vornamen geerbt, sondern auch ein Familienverhängnis, denn die alte Zora war in einen Raubmord verwickelt. Diese Geschichte und ihre Folgen bis heute erzählt dieser große Familienroman.
Die Slowenin Zora lernt ihren späteren Ehemann, den Radiologieprofessor Pietro Del Buono, am Ende des Ersten Weltkriegs kennen. Sie folgt ihm nach Bari in Süditalien, wo sie, beide überzeugte Kommunisten, ein großbürgerliches und doch politisch engagiertes Leben im Widerstand gegen den Faschismus Mussolinis führen. Zora ist herrisch, eindrucksvoll, temperamentvoll und begabt, eine Bewunderin Josip Broz Titos, dem sie Waffen zu liefern versucht und dem ihr Mann das Leben rettet. Sie will mehr sein, als sie kann, und drückt doch allen in ihrer Umgebung ihren Stempel auf. Ihr Leben und das Leben ihrer Familie, ihrer Kinder und Enkelkinder, vollziehen sich in einer Zeit der Kriege und der Gewalt, erbitterter territorialer und ideologischer Kämpfe, die unsere Welt bis heute prägen. In einem grandiosen Schlussmonolog erzählt die alte Zora Del Buono ihre Geschichte zu Ende, eine Geschichte der Liebe, der Kämpfe, des Hasses und des Verrats. Die Marschallin ist ein farbiger, lebenspraller Roman über eine unvergessliche Frau und ein tragisches Familienschicksal.
(Buchpräsentation C. H. Beck)
Die 1897 in Bovec (Slowenien) geborene Zora Ostan, eine energische Frau und glühende Verehrerin des »Marschalls« Tito, lebte mit ihrem Mann, dem Radiologen Pietro Del Buono, und den drei Söhnen in einem herrschaftlichen Haus in Bari. Wurde sie wegen ihrer Überzeugungen oder wegen ihres schwierigen Charakters 1980 im Altersheim von Nova Gorica umgebracht? Und weshalb starben fünf Familienmitglieder, darunter ihr jüngster Sohn, der Vater der Autorin, viel zu früh im Strassenverkehr? Mit Witz und Verve, mit starken Bildern, lebhaften Szenen und gut recherchierten historischen Begebenheiten zeichnet Zora del Buono eine Familiengeschichte zwischen Italien, Deutschland, Österreich und Slowenien von 1919 bis 1948. Es folgt ein Schlussmonolog der eindrücklichen, zuletzt aber verbitterten »Marschallin« in ihrem Todesjahr. (Ruth Gantert in Viceversa 15, 2021)