Südsudelbuch
Ein Archipel aus winzig kleinen und grösseren, kargen und üppigen «Erzählinseln» – das ist Zsuzsanna Gahses Werk. Seit vielen Jahren zeichnet sie als «Berufsausländerin» bravourös die subtilen Bruchstellen zwischen den Sprachen und Kulturen nach. Die Sudelbücher bilden dabei ihren Fundus. In ihnen reihen sich Aperçus, Sprachbetrachtungen und Reisebeschreibungen scheinbar zufällig aneinander. Südsudelbuch ist ein Reisetagebuch ohne chronologische Ordnung. Die Richtung und der Blick sind immer nach Süden gerichtet: zur iberischen Halbinsel und auf den Süden jenseits der Alpen. Gahse ist den Umherziehenden auf der Spur und dem Streunen als Daseinsform. Dabei interessieren sie besonders die heimatlosen «Keinländer» und die mehrsprachigen «Mehrländer». (Christa Baumberger)