Weisskopf schweigt

Gewalt an Schulen: Lehrer verarbeitet aktuelles Thema literarisch.

Während der waschechte Pädagoge aus der Literatur verschwunden ist, taucht Lehrer Studer am Rande eines Nervenzusammenbruchs wieder auf. Als Lehrender gehört er zu den ersten Opfern gesellschaftlicher Umbrüche: Leistungsdruck, zerbrechende Familienstrukturen und der generelle Verlust der Werte belasten seine Arbeit. Und genau hier beginnt das literarische Interesse an dem tragischen Helden Studer, der durch eine zünftige Intrige aus der Bahn geworfen wird.

In einer Kleinstadt unterrichten zwei Lehrer, die gegensätzliche Haltungen verkörpern und sich gegenseitig bekämpfen. Nachdem ein Schüler aus Studers Klasse in eine psychiatrische Institution eingewiesen wird, streut Studers Lehrerkollege Weisskopf das Gerücht, Studer habe seinen Schüler «versorgt». Studer wird auf offener Strasse angegriffen, er verliert die Selbstkontrolle und findet sich ebenfalls in der psychiatrischen Klinik wieder.

Der Autor Martin Rieder kennt den Schulbetrieb aus langjähriger Erfahrung bestens. Mit seinem Roman greift er ein wichtiges und aktuelles Thema auf. Schule und Gewalt – um nur diese beiden Motive zu nennen – beschäftigen Lehrpersonen genauso wie Eltern, Schülerinnen, Schüler und Behörden. Rieder verpackt Lehransichten, Ausgrenzung und Unterrichtsmethoden gekonnt in eine Geschichte.
Weisskopf schweigt ist ein Buch, das zu Diskussionen führen wird.

(Buchpräsentation Knapp Verlag)