Das brennende Haus
Gedichte

Der Tanz des Lebens: Zwischen zarten Klängen und vergeblichen Rufen oszillieren die Gedichte von Katharina Lanfranconi. Sie sprechen von Idylle, Sehnsucht und Problemzonen und haben doch immer das Unsagbare im Blick, das vermeintliche Echo, dieses Summen, das stets hinter den Zeilen schwingt – und darüber hinaus.

manchmal sperre ich wörter
in mein geheimes kabinett
lasse andere mit gestutzten flügeln
auf einer stange krächzen
das bett aber teile ich mit jenen
die ich nie verlieren will

(Buchpräsentation Wolfbach Verlag)

Zwischen Auf und Ab

von Beat Mazenauer
Publiziert am 01.11.2019

Eine Fortschreibung erfährt auch die Lyrik von Katharina Lanfranconi in ihrem Band Das brennende Haus. Wie schon in ich schrieb etwas kleines (2016) schrauben sich ihre schmalen Gedichte über die Seiten und geben eine Stimmung zwischen Auf und Ab wieder: «zweifel und scheitern / eingeschrieben / im urtrunk». Die schmale Form, die sich durch Zeilen von meist nur zwei bis vier Worten auszeichnen, verleihen dieser Lyrik eine hohe Konzentration, in der die Dichterin mit Pinsel und Stift Momente und Augenblicke festhält, zuweilen auch festnagelt. Der Augenblick ist oft ein Blick in die eigenen Augen, in den Spiegel, dem das lyrische Ich mit Schalk standhält, aber nie leichtsinnig, wie das das wunderbar zweideutige Herzflimmern ganz am Ende kundtut – mit dem Titel «kammerflimmern»:

von der kammer
wissen wenige

dass mein herz
eine kerze ist

weiß nur ich

Aus: «Kosmos und Mikrokosmos. DIE REIHE im Wolfbach Verlag, Jahrgang 2019», Fokus von Beat Mazenauer, 13.01.2020