Kramer
Eine Kriminalgeschichte

Wie alles im geordnet normalen Alltag beginnt Erwin Beyelers neue Kriminalgeschichte harmlos, doch, wie es sich für das Genre gehört, mit einem leisen unheilschwangeren Unterton zwischen den Zeilen. Benjamin Viktor Kramer, nur einmal erfährt man seinen Vornamen, arbeitet im Treuhandbüro seines Vaters am Fronwagplatz. Die Kramer AG verwaltet beträchtliche Summen von Kunden aus der deutschen Nachbarschaft und investiert einen Teil dieses Geldes in die Entwicklung eines Medikamentes eines befreundeten Chemikers. Als dieser die Zulassung für das Medikament nicht erhält und kurz darauf tot aufgefunden wird, gerät der Kramersche Alltag aus der Bahn.
Erwin Beyeler schreibt präzis und unspektakulär und sein trockener, fast schon spröder Stil erinnert auf den ersten Blick an Krimis der ersten Stunde. Beyelers Sprache gelingt jedoch Seltenes: Unwillkürlich spürt man die Empathie des Autors zu seinen Figuren – und diese überträgt sich ebenso auf den Leser, der Anteil nimmt am Lauf einer aus den Fugen geratenen Biografie.

(Buchpräsentation EditionVogelfrei im Bücherfass)