Der Boden unter den Füßen Eine Fantasie
Lion, dem fast schon legendären Brückenbauer, ist eine Brücke eingestürzt. Das hat zwölf Leben gekostet, und auch wenn ihn keiner anklagt, einfach weitermachen will er nicht. Lieber unternimmt er ausgedehnte Wanderungen in seinem Garten, auf dass er sich selbst und auch unserer geschundenen Welt auf die Spur komme.
Und siehe, immer öfter erscheinen Menschen im Garten. Gleich zu Beginn ist da Andri, der schlitzohrige Nachbarjunge, der verkündet, seine Mutter sei verschwunden. Wo denn? Im Garten natürlich. Was aber will der Junge wirklich? Nun, Lion, immer schon ein bisschen in Andris Mutter verknallt, macht sich auf die Suche im Garten – und wundert sich schon bald nicht mehr, dass dieser mit jedem seiner Schritte grösser wird. Sogar dann, wenn er mit seiner Partnerin und Ökobestsellerautorin am Gartentisch Wein trinkt. Dabei gerät auch die Zeit immer mehr aus den Fugen und saugt Lion hinein in das wahre Wesen und das Wunder der Natur. Bis er glaubt, den Boden unter den Füssen wieder gefunden zu haben.
Poetisch und frech zugleich, witzig und elegant entwirft «Der Boden unter den Füssen» nicht eine weitere Dystopie, sondern erzählt von einer Utopie, die Natur und Mensch wieder vereint. Alles wird gut. Ganz sicher.
(Buchpräsentation Limmat Verlag)
Eine der Brücken, die der Erzähler mit seinem Zwillingsbruder Leo gebaut hat, ist eingestürzt und hat elf Menschen und einen Hund in den Tod gerissen. Seither weigert sich Lion, weitere Brücken zu bauen, und streift stattdessen durch seinen immer größer werdenden Garten, in dem ihm Menschen und Tiere begegnen, vom Nachbarjungen Andri und dem kurdischen Gärtner Sarhat über ein wild gewordenes Eichhörnchen bis zu einem Bären. »Fantasie« heißt dieses Buch im Untertitel, das ausgehend von realistischen Elementen und Naturbeschreibungen den Leserinnen und Lesern immer rasanter den Boden unter den Füßen wegzieht. (Ruth Gantert in Viceversa 14, 2020)