Ils Ventganov da settember Roman
«Las chaussas n’èn betg adina sco ch’i paran.» Gian Pelegrini sto adina puspè udir questa frasa. Il quarantard è sin fugia, a cha sia ha el sturnì ses vischin en l’affect. Sin via en ina terra lontana entaupa el curiusas aventuras, el vegn confruntà cu nfilosofias, cun amurettas, cun cuntradas. Ma tge ha il raquint lateral, in di en la vita d’in pubertar, da far cun el? In roman plain tensiun e sensualitad, plain magia e poesia.
Benedetto Vignes erster Roman erzählt eine packende, mystische Geschichte, die sich (so vermutet man) zwischen Traum und Realität abspielt. Zwei Nachbarn, Gian Pellegrini und Cadorna, streiten sich am 29. September wegen eines Durchgangsrechts, bis Cadorna, von einer Kristallkugel getroffen, stirbt. Gian Pellegrini ergreift darauf die Flucht und nimmt die Leser mit auf einen abenteuerlichen Roadtrip in die Fremde.
Parallel dazu wird ein Tag aus dem Leben des jungen Ans beschrieben, der die Kühe hütet und dabei von seinen pubertierenden Kameraden gemobbt wird.
Die beiden Erzählstränge alternieren fließend und führen schließlich zu möglichen Erklärungen für den Nachbarkonflikt. Oder bleibt alles undurchschaubar, da die Wahrnehmung uns irreführt und «las chaussas n’èn betg adina sco ch’i paran»? – Die Dinge sind nicht immer, wie sie scheinen, so ein Leitmotiv der Erzählung.
Der Autor schreibt sprachlich elaboriert und experimentell, in klangvollem Rumantsch Grischun à la Vigne, mit einem Touch Surmiran und Italienisch.
Der Roman wird begleitet von einem Glossar und zwei früher entstandenen Kurztexten sowie einem fundierten Postscriptum des Lektors Claudio Spescha, der die Romanthemen und -figuren in Zusammenhang mit Vignes Bio- und Bibliografie setzt.
(Valeria Badilatti in Viceversa 13, 2019)