U ner hört Gedichte
Kurzkritik
Im poetischen Werk des Emmentalers Ernst Eggimann beweist die Mundartliteratur seit Ende der 1960er Jahre ihre Modernität. Das heimische Idyll erhält darin doppelte Böden. Eine Auswahl zum 75. Geburtstag demonstriert seine lautmalerische Aktualität. Eggimann wandelt heimatliche Redeweisen solange ab, bis sie fadenscheinig werden. Er versetzt sie in poetische Schwingung, bis sie für sich selbst stehen: «är hets haut / u wiu ers het / hets ne». Darin ist er ein Meister. Er nutzt die Reize der gesprochenen Mundart mit listiger Konsequenz, um so mehr auszudrücken, als er sagt. (Beat Mazenauer)