Im Bauch des Hauses Neue Prosa
Nach ihrem jüngsten Gedichtband Schaukelnd im grünen Atem des Meeres (Waldgut Verlag, 2016) legt Irène Bourquin unter dem Titel Im Bauch des Hauses eine Sammlung neuer Prosa vor.
Menschen, ihre Schicksale in der Stadt und auf dem Dorf, Liebesgeschichten, Reiseerlebnisse, Begegnungen mit skurrilen «Bühnenfiguren», Segelabenteuer, Jazzkonzert, Oldtimer-Fahrer und Igel: Ereignisse, Beschreibungen, Umstände sind in pure, konzentrierte Sprache gebracht; lesend ist man mitten drin.
Diese Texte sind anregend, sie spielen ernsthaft mit der aktiven Gegenwart – es macht Freude, sich in solcher Sprachsicherheit zu bewegen.
(Buchpräsentation Waldgut Verlag)
Im Prosaband Im Bauch des Hauses geschehen keine großartigen Dinge. In 49 Variationen erzählt Irène Bourquin von vertrauten Gesprächen, kurzen Ausfahrten, flüchtigen Begegnungen oder der Einsamkeit älterer Menschen. Die fast durchwegs kurzen Texte gleichen Skizzen, die mit sicherem Strich entworfen sind und mit wenigen Schraffuren auskommen. Das Geschehen ist oftmals nur zu erahnen, schnelle Blicke und Gegenblicke, abrupte Wechsel der Erzählperspektive erzeugen eine leichte Unruhe. Mit einer hin und wieder lakonischen Färbung verwehrt die Autorin so ihrer Prosa jene Geschlossenheit, die sie fertig erscheinen ließe. Die Skizzen behalten stets etwas Offenes, darin liegt ihr Reiz und Geheimnis. (Beat Mazenauer in Viceversa 13, 2019)