42 Grad
Erzählungen

Es sind Geschichten vom Ausbrechen aus dem gewohnten Leben und von Ereignissen, die alles ins Wanken bringen: Viola Rohner beherrscht es, auf wenigen Seiten ganze Schicksale zu kondensieren. Wunderbar gelassen, bisweilen lakonisch und stets durchdrungen von einer sanften Melancholie, erzählt sie von Frauen rund um den Globus, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen.

Zwei Geschwister begeben sich auf die Spuren ihrer verstorbenen Mutter. Eine Krankenschwester übernimmt im australischen Outback eine schwere Aufgabe. Eine junge Frau flieht vor ihrem Stiefvater und versucht im hohen Norden Schottlands zum ersten Mal, einem Mann zu vertrauen. Eine verlobte Schweizerin lässt sich auf einer Bahnfahrt in Russland auf ein erotisches Abenteuer ein ...

(Buchpräsentation Lenos Verlag)

Kurzkritik

Mit einem toten Meerschweinchen beginnt die erste der neun Erzählungen, deren letzte mit dem Bild eines toten Hundes endet. Der Tod ist allgegenwärtig in dem sorgfältig komponierten Band, der Menschen in schwierigen Familien- und Paarbeziehungen zu Hause oder in fernen Ländern aufeinandertreffen und sich wieder trennen lässt. Dabei überzeugt die Erzählweise immer wieder mit gut beobachteten Beschreibungen scheinbar nebensächlicher Einzelheiten. Besonders eindrücklich geschieht dies auf einer Halloween-Party, zu der die Expat Melissa mit Mann und Kindern eingeladen ist. Subtil und rätselhaft bricht das reale Böse ins gespielte Grauen ein. (Ruth Gantert in Viceversa Literatur 13)