Ruhe sanft
Roman

Thomas Sandoz
Übersetzung von: Yves Raeber

Der Mann arbeitet als Gärtner im städtischen Friedhof. Man hat ihm den Bezirk mit den Kindergräbern zugeteilt. Mit Hingebung kümmert er sich um die Grabstätten, liebevoll pflegt er die Grünanlagen. Er ist ein Gezeichneter. Auf der Spur dunkler Erinnerungen will er die Einsamkeit der eigenen Kindheit auslöschen, will ganz Familie sein. Être famille enfin. Dafür geht er mit den Frühverstorbenen eine geheime, innige Verbindung ein. Er tauft sie Primula, Forsithia, Hyazinthe, hört auf ihre Wünsche und erfüllt sie nach Kräften. In der bevorstehenden Umstrukturierung des Friedhofsgeländes sieht der «Kindergärtner» eine Bedrohung seiner Schützlinge. Er gerät in inneren Aufruhr, unternimmt alles, um sie zu schützen. Immer unangepasster wird sein Verhalten am Arbeitsplatz. Er kündigt seine Stelle. Doch er hat einen Plan: den Kauf eines abseits gelegenen, leerstehenden Häuschens mit Garten. Den Toten wird es am neuen Ort gut gehen.

(Buchpräsentation Die Brotsuppe)