Der blaue Faden. Pariser Dunkelziffern
Roman

Der Roman Der blaue Faden. Pariser Dunkelziffern spielt im Hitzesommer 2003. Ort der Handlung ist eine Pariser Mansarde, aus der es zunächst noch ein paar Auswege gibt: in die Strassen von Paris, ins Internet, in die Vergangenheit der Heldin, d.h. nach Genf und Wien und an den Bodensee. Hinzu kommen reale und virtuelle Begegnungen mit fremden Männern und einer ziemlich ungewöhnlichen Concierge. Doch die mysteriöse Hitze nimmt weiter zu, die Atmosphäre wird klaustrophobischer, das Erzählen zunehmend fragmentarisch. Zentrales Thema des Romans ist das Warten, in all seinen alltäglichen, aber auch existenziellen und kulturgeschichtlichen Erscheinungsweisen. Es geht um Zeit und Geschichte: historisch, philosophisch, physikalisch, mathematisch und zwischenmenschlich, um Liebe und Tod und den Wahnsinn des Lebens.

(Buchpräsentation Die Brotsuppe)

Kurzkritik

Paris, Sommer 2003. In Sabine Haupts erstem Roman lebt die vierzig- jährige Ich-Erzählerin Charlotte von Manteuffel vorübergehend in der Mansarde ihres ehemaligen Philosophieprofessors und Geliebten Philippe und versucht, trotz mörderischer Hitze ihre «Kulturgeschichte des Wartens» zu beenden. Abgelenkt wird sie dabei von Erinnerungen an die Kindheit und an frühere Liebschaften, von realen Begegnungen und virtuellen Chats mit Männern, für die sie verschiedene weibliche Profile kreiert. Die Verlegerin versieht das Manuskript mit kritischen Kommentaren und macht zuletzt offenbar ihre Drohung wahr, den wild wuchernden Text im Rohzustand zu veröffentlichen – zur Verwirrung der Leserschaft.

(Ruth Gantert in Viceversa 13, 2019)