Die Signora will allein sein
Roman

Lydia Welti-Escher ist die reichste Erbin der Schweiz, Karl Stauffer-Bern ist mittelloser Künstler. Sie, verheiratet mit dem Sohn eines Bundesrats, hat sich in ihr geregeltes soziales Umfeld eingefügt. Er hingegen schert sich nicht um Konventionen und lebt jede Freiheit. Sie, intelligent, interessiert und hoch gebildet, sucht nach dem Inhalt in ihrem Leben. Er findet ihn im künstlerischen Rausch und in seinen hochtrabenden Plänen. Seine vielversprechende Laufbahn setzt er in Florenz fort, während sie in ihrer Villa am Zürichsee den gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkommt. Dank seines guten Namens und der Freundschaft zu ihrem Ehemann bekommt er den Auftrag, sie zu portraitieren.
So lernen sie sich kennen.
Angezogen von ihrer Gegensätzlichkeit finden sie Gemeinsamkeiten in den künstlerischen Visionen. Sie, beflügelt von seinem Mut und Tatendrang, bestärkt ihn in seinem Schaffen. Ihn lockt das Geld, denn schön ist sie nicht, die Frau, die es ihm als Modell so schwer macht, ein gefälliges Bild auf die Leinwand zu bringen. In den folgenden Jahren nimmt die Anziehung zu, und sie gehen schliesslich eine Liebschaft ein, reisen zusammen nach Rom, wo sie ein neues Leben beginnen wollen.
Der Einfluss des Ehemanns gestattet es, dies zu unterbinden. Sie lässt er ins Irrenhaus einweisen, ihn ins Gefängnis. Hier, abgeschnitten von jeglichem Kontakt zur Aussenwelt, machen sich beide ihre Gedanken und malen sich die Zukunft aus. Davon handelt dieses Buch.
Während sie sich mehr und mehr von der Idee löst, sich mit dem Künstler zu verbinden, findet er immer grösseren Gefallen an der Vorstellung, sich auf die Ehe mit der reichen Frau einzulassen, da er in ihrem Geld seine neue Freiheit sieht. Doch die Signora will allein sein.

(Buchpräsentation Kunststück)