PULS 100 Gedichte
PULS von Lioba Happel, das ist eine Auswahl von hundert Gedichten aus fünf Gedichtbänden – vier davon sind im Lauf der vergangenen 30 Jahre erschienen, einer ist erst geplant. Lioba Happel und Ernest Wichner – der auch eine Nachbemerkung beisteuerte – stellten den Band gemeinsam zusammen. Ob er genau einhundert Gedichte enthält, darüber lässt sich streiten. Wir können so oft zählen, wie wir wollen: das Resultat ist nie dasselbe. Diese arithmetische Unschärfe tut seiner Schönheit keinen Abbruch, im Gegenteil.
Ein Gedicht, mein Herr
ist eine Scheußlichkeit
Es hat sich der Schönheit verpflichtet
So schrieb es Lioba Happel in einem ihrer frühen Gedichte – und nahm damit vorweg, was Peter von Matt Jahre später in seinem Buch Die verdächtige Pracht feststellte: «Man zögert, die Sache einfach so hinzuschreiben. Es muss aber doch geschehen. Das Gedicht will schön sein. Das ist seine Peinlichkeit, sein Skandal, ist der Dorn im Auge des herrschenden Kunstbegriffs.» Es ist, als habe er, als er das schrieb, Lioba Happels Verse im Ohr gehabt.
(Buchpräsentation pudelundpinscher)